Sie sind im Alltag allgegenwärtig, die kleinen und großen, runden oder eckigen, schwarz-weißen oder farbigen Aufkleberchen mit den zum Teil sehr kryptischen Zahlensalaten, Pictogrammen und Barcodes. Sie kleben an unseren Autos, an den Zapfsäulen der Tankstellen, an fast allen technischen Gerätschaften, die mit Netzspannung aller Art betrieben werden, an Geräten, welche in bestimmten Frequenzbändern senden... Man könnte diese Liste nahezu endlos fortsetzen und jetzt sollten die meisten geneigten Leser wissen, worum es geht: Um Prüfplaketten.

Besonders Deutschland ist ja von jeher als ein Land mit vielen Vorschriften, Normen und Anforderungen bekannt. Und jetzt im Zuge der EU-Richtlinienumsetzung erlangen Prüfplaketten eine immer größere Bedeutung (@0 bzw. at-zero ist der erste interne Normierungsvermerk des jeweiligen Entwurfes). Auch technische Neuerungen wie die "Near Field Communication" (NFC) mit den sogenannten RFID-Chips (Radio-Frequency Identification) stellen Prüfplakettenhersteller nicht nur technologisch vor neue Aufgaben. So wird es in Zukunft möglich sein, die aufgedruckten Daten einer Prüfplakette auch maschinell per Funk lesen und verarbeiten zu können.

Was ist nun der Sinn einer Prüfplakette? Im Grunde geht es um Vertrauen. Wenn man eine technische Einrichtung bedient, möchte man sicher sein, dass möglichst genau das passiert, was man bei der Bedienung von der jeweiligen Gerätschaft erwartet. Bei Drücken auf den Sicherungshebel eines Feuerlöschers sollte im Brandfall eben Löschmittel aus dem Gerät kommen, und nichts anderes oder, noch schlimmer, gar nichts. Damit das in diesem speziellen Beispiel so funktioniert, werden Feuerlöscher nach bestimmten Vorschriften und Prüfplänen von autorisiertem Prüfpersonal (z.B. TÜV) regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Damit das Ergebnis dieser Prüfungen immer schnell und möglichst leicht verständlich auf dem jeweiligen Gerät selbst erkennbar ist, werden Prüfergebnisse unmittelbar oder codiert mittels selbstklebender Plaketten realisiert.

Die meisten Prüfplaketten bedienen sich einer einfachen, ziffernblattähnlichen Zeitdarstellung, um über die Zeiträume der Prüfungsintervalle die ordnungsgemäße Funktion zu attestieren. Die bekannteste Plakette dieser Art ist sicher die TÜV-Plakette für Fahrzeuge aller Art im hinteren Nummernschild (die ebenso bekannte AU-Plakette im vorderen Nummernschild ist ja nun Bestandteil der gesamten TÜV-Plakette), welche rundum in Ziffern die 12 Monate des Jahres und, auch als farblicher Hintergrund codiert, die letzten zwei Ziffern der Jahreszahl der nächsten fälligen Prüfung zeigt. Diese spezielle Plakette ist ein hervorragendes Beispiel für eine möglichst leichte Lesbarkeit, z.B. durch Beamte beim Vorbeifahren eines Fahrzeuges. Der Monat der nächsten Fälligkeit steht immer oben, die Monate 1,12 und 11 haben immer zwei auffällige schwarze Balken über sich. So kann der geschulte Beamtenblick anhand der Farbe und der Winkelstellung der schwarzen Balkens sehr schnell sicher beurteilen, ob das Fahrzeug noch ein gültiges Prüfsiegel hat.

Viele andere Prüfsiegel und -plaketten bedienen sich eines ähnlichen Systems. Und auch wenn die Informationen in Zukunft per RFID-Chip elektronisch ausgelesen werden können, bleibt die einfache optische Lesbarkeit immer ein wichtiger Aspekt. Denn nicht jedes System arbeitet innerhalb seiner Prüfintervalle so korrekt, wie es das Prüfsiegel eigentlich attestiert...